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Einbautipps

Einbautipps für Systemdichtungen in Abgasanlagen


Beim Einbau von Systemdichtungen von Abgasanlagen sollten ein paar Dinge beachtet werden, um sich später Frust und Ärger zu ersparen.

Art der Dichtungen

Die meistverwendeten Systemdichtungen bei Abgasanlagen im Überdruckbetrieb wie Gas- und Öl Brennwerttechnik sind EPDM-Dichtungen (bis max. 120° C Abgastemperatur) oder Silikondichtungen (bis max. 200° C Abgastemperatur). Viton-Dichtungen kommen bei Abgastemperaturen bis 160° C zum Einsatz. Diese Dichtungen sind größtenteils mit zwei oder mehreren weichen Dichtlippen versehen, die sich beim Einstecken umbiegen und immer in Kontakt zur Außenseite des Eintauchstücks bleiben.

Positionierung der Dichtungen

Es gibt zwei Möglichkeiten die Dichtungen zu positionieren. 1. Der Einbau erfolgt auf der Muffenseite in einer Kastensicke (Vertiefung in welche die Dichtung engelegt wird). 2. In einer Vertiefung am Eintauchstück.

Dichtung in der Muffe

Die Variante mit Kastensicken in der Muffe ist die häufigste Position der Systemdichtung. Bei der Montage ist zu beachten, dass die Dichtlippen nach innen schauen und der glatte Teil der Dichtung auf der Seite der Kastensicke liegt. Bei Dichtungen, deren Dichtlippen schräg angeordnet sind oder eine konische Ausformung aufweisen ist die Einbaurichtung zu beachten, damit sich die Dichtung beim Zusammenstecken nicht aus der Kastensicke herausdrückt. Vorteil: Jedes Längenelement kann an der Eintauchseite gekürzt werden und es erfolgt keine Verengung des Abgasweges.

Beim Einbau in der Muffe wird empfohlen die Dichtungen vor dem Einbau einmal gefühlvoll auseinander zu ziehen, damit sie sich beser in der Kastensicke durch die Eigenspannung verspreizen können. Ab DN 250 mm empfehlen wir die Dichtungen mit einer sehr dünnen Schicht Silikon in der Kastensicke einzukleben. Auf Wunsch kann das schon werksseitig von Stocker erledigt werden, um sich die Trocknungszeiten zu ersparen. Wichtig zu beachten: dieses Silikon dichtet nicht! Es klebt nur die Dichtung zur Montage in die Kastensicke.

Dichtung im Eintauchstück

Die weitere Variante mit Vertiefungen am Eintauchstück ist meist einfacher, da die Systemdichtung so dimensioniert ist, dass sie in der Einbaulage auf Spannung gehalten wird. Dadurch kann sie sich bei der Montage des nächsten Bauteils nicht so leicht aus der Kastensicke herausschieben. Auch hier ist auf die Einbaurichtung der Dichtlippen zu achten. Nachteil: durch die Ausformung am Eintauchstück in welche die Dichtung eingelegt wird, entsteht in diesem Bereich eine leichte Verengung des Abgasweges. Ein kürzen der Längenelemente ist nicht möglich.

Schmierung der Dichtungen

Um ein leichtes Zusammenfügen der Elemente zu gewährleisten ist aufgrund der Passgenauigkeit ein schmieren (einfetten) der Dichtung erforderlich. Dazu darf ausschließlich das vom Hersteller empfohlene bzw. angebotene Schmiermittel verwendet werden. Silikonfett hat den Vorteil, dass es lange die viskosität erhält. Andere Schmierstoffe können die Dichtung mit der Zeit angreifen und spröde werden lassen, was zum Austritt des Kondensats und zu Undichtheiten führen kann.

Ob bei der Variante mit Kastensicken die Dichtung selbst oder das Eintauchstück geschmiert wird ist eine Philosopiefrage. In jedem Fall ist jedoch zu beachten, dass man nicht zu viel Schmierstoff verwendet, da sich beim Einstecken des Eintauchstücks die Dichtung viel leichter herausschiebt, da meist auch die Unterkante der Kastensicke mitgefettet wird.

Dichtung in der Verbindungsleitung

Auch die Einhaltung von mindestens 3° Gefälle (53 mm pro Meter) in der Verbindungsleitung ist aufgrund des Kondensats zu beachten. Verbindungsleitungen mit zu wenig Gefälle, die unter Umständen durch das Einsparen von Wandbefestigungen zusätzlich auch noch durchhängen, sorgen dafür, dass die Dichtungen immer im Kondensat liegen und der Alterungsprozess jeder Dichtung enorm beschleunigt wird.

Kürzen von Längenelementen

Zu guter Letzt ein wichtiger Hinweis, welcher oft übersehen wird: Beim kürzen eines Bauteils an der Eintauchseite, egal ob bei Kunststoff- oder Edelstahlrohren, muss unbedingt die Schnittkante entgratet werden. Auch die Innenseite des Rohres darf nicht vergessen werden, damit die Späne den Sifon oder Kondensatablauf nicht zusetzen können. Jeder übersehene Grat kann die Dichtlippen zerschneiden und somit zu Undichtheiten führen. Solch einen Fehler im Nachhinein zu finden ist um ein vielfaches zeitaufwändiger, als gleich sorfältig zu entgraten. Auch eine 5 mm breite Anphasung (konische Anschrägung) bei Kunststoffrohren hilft enorm beim zusammenstecken der Bauteile.

HINWEIS: Es dürfen ausschließlich Dichtungen, die zusammen mit dem Abgassystem geprüft wurden, verwendet werden.

Viel geballte Information für eine eigentlich so simple Sache – aber nur so kann man sich sicher sein, dass Systemdichtungen Ihren Zweck erfüllen und dauerhaft abdichten.

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Team wie gewohnt gerne zur Verfügung.
 

 

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